Black Mambas

Dokumentarfilm von LENA KARBE

"Am Ende muss der Betrachter selbst die Frage beantworten: Ist es Empowerment oder Ausbeutung? Oder kann es irgendwie beides sein?"

- cineurope

"Eine scheinbar einfache Geschichte, die leise ihre komplexen Schichten offenbart."

- CPH:DOX – F:ACT Award

Die Geschichte

Jede Nacht patrouilliert die weibliche Anti-Wilderei-Einheit BLACK MAMBAS im Kruger Nationalpark, einem der beliebtesten touristischen Attraktionen von Südafrika.
Für die jungen Frauen ist der Job ein Dilemma. Er ist der Weg aus Armut und Arbeitslosigkeit mit Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben, aber gleichzeitig auch ein Bruch mit vorherrschenden Traditionen. Zudem müssen sie einen Umweltpatriotismus in ihre Gemeinden bringen, die an der Wildtierwirtschaft seit Gründung des Parks weder teilhaben, noch davon profitieren können.
Der Dokumentarfilm von Regisseurin Lena Karbe zeigt die Alltagskämpfe der Frauen mit weißen Vorgesetzten, fordernden Angehörigen und „dem System Nationalpark“. Er erzählt von der Arbeit der BLACK MAMBAS, in der es um den Schutz der letzten Nashörner und den Erhalt der Artenvielfalt in einer der faszinierendsten Landschaften Afrikas geht. Gleichzeitig rückt er das Schicksal der dort lebenden Menschen in den Blick und stellt unausweichliche Fragen.

Pressestimmen

Jury-Statement CPH:DOX – F:ACT Award: „Eine scheinbar einfache Geschichte, die leise ihre komplexen Schichten offenbart. ‚Black Mambas‘ berührt eine Vielzahl von Themen und erkennt Stereotypen an, widersetzt sich ihnen aber auch. In einer ideologisch aufgeladenen Landschaft erleben wir den Kampf und die Ermächtigung junger Frauen gegen die fortbestehenden Machtstrukturen, im Rahmen von Rasse, Familiendynamik und dem festen Griff des Kolonialismus, der sich weigert, loszulassen.
Mit brillanter Kameraführung und einem intimen Blick für Nuancen erfahren wir, welche Opfer eine Frau bringen muss, um eine Familie zu ernähren – wir nehmen teil an dem Traum, ein dekolonisierter Körper zu werden. Der F:ACT Award geht an ‚Black Mambas‘ von Lena Karbe“.

Filmmaker Magazine: “a stunning expose—not of a grassroots fight against illegal hunting, but of insidiously ingrained colonialism itself. (…) Ultimately, Black Mambas is a twin portrait of both heroic and dubious do-gooders joining forces to protect vulnerable animals from extinction—only, for one side, the endangered includes their own colonialist selves.”

cineurope.org: “Karbe’s sober approach ensures that the crucial nuances of the complex topic stand out, as it is not possible to view any of them completely separately. In the end, the viewer is tasked with answering the question themselves: is this empowerment or exploitation? Or can it somehow be both?“

screendaily.com: “But this documentary by Lena Karbe is not quite the uplifting tale of female empowerment and conservation triumph that it might initially seem.”

kino-zeit.de: „Der erste lange Dokumentarfilm der deutschen Regisseurin Lena Karbe beschränkt sich nicht nur darauf, die Notwendigkeit des Wildtierschutzes im Kruger Nationalpark zu betonen. (…) Karbe aber beleuchtet auch streiflichtartig ein tiefliegendes Problem dieses Arbeitsverhältnisses, in dem die Hautfarbe wie zur Kolonialzeit darüber zu bestimmen scheint, wer Befehle erteilt und wer sie entgegennimmt.“

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Regisseurin

BIOGRAFIE UND FIILMOGRAFIE VON REGISSEURIN LENA KARBE

Geboren ist Lena Karbe 1986 in Sankt-Petersburg, Russland. Sie zog nach dem Film-Studium u.a. an der University of Oxford und École normale supérieure in Paris nach Deutschland. Während der Studienzeit an der Hochschule für Fern- sehen und Film München gründete sie Karbe Film, mit dem Schwerpunkt auf Dokumentarfilm. Sie nahm an diversen internationalen Förderprogrammen, u.a. Berlinale Talents und IDFA Lab in Amsterdam, teil.

Lena Karbe sieht sich als Dokumentarfilmemacherin im umfassenden Sinne: Sie nutzt ihr nationales und internationales Netzwerk, um ihre Projekte zu realisieren und zu produzieren. Die Projekte der Karbe Film handeln vor allem von gesellschaftlichen Machtstrukturen und Dynamiken, mit einem Fokus auf die Rolle und Identität von Frauen und Kindern.

Die dokumentarische Serie CHINESE DREAM, die sie zusammen mit dem investigativen Journalisten Tristan Coloma realisierte, feierte Premiere auf den Hofer Filmtagen in 2018 und lief auf über 30 Festivals weltweit. Im März 2020 wurde die Serie auf ARTE veröffentlicht. BLACK MAMBAS ist ihr dokumentarisches Langfilm-Debüt.

 

REGIE STATEMENT

BLACK MAMBAS ist eine Reflexion über Werte: der Wert von Menschen und der von Tieren in einer Gesellschaft.

Die Wildtierwirtschaft generiert nur Gewinne für lebende Tiere. Wenn es keine Tiere im Park mehr gibt, werden auch keine Touristen mehr kommen. Somit ist der Tierschutz der kommerzielle Motor der Ökonomie des Kruger Nationalparks. Tiere fungieren dabei oft auch als Projektionsfläche für die Touristen. Daher definieren die Autoritäten des Nationalparks den Unterschied zwischen „jagen“ und „wildern“ sehr genau: Wenn ein mit Spenden geschütztes und zum Seelenpartner verklärtes Wildtier getötet wird, ist der Jäger ein Mörder. Daher werden die lokalen „Wilderer“, vor allem im Netz, mit rassistischen Hassbotschaften der weißen Tierschützer überzogen. Wird stattdessen von einem Touristen eine Jagdlizenz für ein Wildtier gekauft, wird das Tier von den Rangern so lange geschützt, bis es auf einer Trophy-Safari erschossen wird. Gleichzeitig werden auch Menschen im Rahmen des Tierschutzes instrumentalisiert. BLACK MAMBAS erzählt die Auswirkung, die Naturschutzmaßnahmen auf Menschen haben, wenn Ranger und Wilderer – ironischerweise – von der gleichen Seite des Zauns kommen.

Die Welt des Naturschutzes faszinierte mich schon als Kind. Erst später im Leben habe ich die Helden meiner Kindheit, wie Gerald Durrell oder George Adamson und ihre Taten jedoch in Frage gestellt. Waren diese weißen Männer wirklich MEINE Helden? BLACK MAMBAS hinterfragt dieses archetypisch patriarchale Bild des Naturschützers: Können die Black Mambas Rangerinnen die Zukunft des Naturschutzes werden?

Es wäre zu leicht, jede Form des Naturschutzes als moralisch gut anzusehen. Nicht immer heiligen die Mittel den Zweck und so kann auch Naturschutz zu Kollateralschaden führen. Die Gründung des Kruger Nationalparks ist ein Beispiel dafür. Im Namen des Naturschutzes wurde die lokale Bevölkerung bewusst ausgeschlossen und fortan wurde ihnen der Zugang zu ihren Naturressourcen verwehrt. BLACK MAMBAS interessiert sich für diese Ambivalenz des Naturschutzes. Hinter der Fassade der Black Mambas Anti-Wilderei-Einheit entdeckt man post-kolonialistische Machtdynamiken und Misogynie. Ungeachtet dessen profitieren die Protagonistinnen von der finanziellen Unabhängigkeit und dem Ansehen, die diese Arbeit mit sich bringt.

Am Ende des Films sollen die Zuschauer:innen sich selbst die Frage stellen: Handelt es sich hierbei um eine Form der Ausbeutung oder um Empowerment? Kann eine Ausbeutung zu Empowerment führen oder schließen sich beide systematisch aus? Schlussendlich soll die Ambivalenz der Black Mambas dazu inspirieren, unsere persönlichen Definitionen von Ausbeutung und Empowerment zu hinterfragen: Was meinen wir, wenn wir von Ausbeutung sprechen und welchen Preis können und wollen wir für ein selbstbestimmtes Leben zahlen?

 

Filmpreise/Festivals

Preise

 2022                   F:ACT Award – Bester Dokumentarfilm, CPH:DOX

2022                   Green Documentary Award, Pordenone Docs Fest

Nominierungen

2022                   VFF Dokumentarfilm Produktionspreis, DOK.fest München

2022                   FFF Förderpreis, DOK.fest München

2022                   VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis (für Jan Vasak)

Festivals

2022                   IDFA

2022                   DOK.fest München

2022                   CPH:DOX

2022                   Pordenone Docs Fest

2022                   Karakow Film Festival

2022                   Sydney Film Festival

2022                   Guadalajara IFF 2022

Filmdaten

Filmdaten

Regie & Buch: Lena Karbe

Produktion: Lena Karbe (Karbe Film), Jan Vasak (Day for Night productions),

Ramadan Suleman (Natives at Large)

Redaktion: Martin Pieper, Türkan Schirmer (ZDF/arte), Annabel Gain (Ushuaia TV)

Co-Autor: Tristan Coloma

Kamera: Mateusz Smolka

Montage: Georg Michael Fischer

Musik: Rémi Alexandre

Ton: George Ramosime

Sound Design & Mix: Clemens Becker

Digital Colorist: Thomas Herget

 

Laufzeit: 81 Minuten

Jahr: 2022

Land: Deutschland, Frankreich 2022

Vorführformat: DCP; 1:1.85, Farbe

Sprachfassung: Afrikaans, Englisch, Sepedi, Xitsonga mit dt. Untertiteln

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