„Wenn ich tatsächlich eine Freiheitskämpferin bin, ist die Freiheit, die ich gewonnen habe, gleichzeitig das größtes Scheitern meines Lebens. Srbijanka Turajlić

 

Eine Familie wird nach dem 2.Weltkrieg von Titos Kommunisten enteignet und ihre Wohnung in Belgrad aufgeteilt.

Die Tür, die 70 Jahre verschlossen blieb, bildet den Ausgangspunkt einer familiären, politischen und historischen Chronik. Es handelt sich um die Familie der Regisseurin, verkörpert von ihrer charismatischen Mutter Srbijanka Turajlić, einer ehemaligen Mathematik-Professorin und wichtigen Figur des Widerstands gegen das Milosević Regime in den 1990er-Jahren.

Während sich die Familie immer wieder auf ihr jugoslawisches Erbe zurückbesinnt, rufen Volkszählungen ethnische Zugehörigkeiten auf den Plan. Wenn die Freund*innen heute zum Abendessen kommen, klingeln sie immer noch dreimal – wie in alten Zeiten, als dies der Code war, dass es nicht der Geheimdienst ist, der vor der Tür steht. Srbijankas Tochter Mila beginnt Fragen zu stellen, die Kamera immer bereit.

Die zugleich tiefsinnigen und amüsanten Gespräche der beiden Frauen bieten einen Einblick in die bewegte Geschichte eines Landes mit ihren Umbrüchen und politischen Veränderungen. Oft ist von bürgerlichem Engagement und der Verantwortung die Rede, die jede Generation trägt – die Verantwortung der Protagonistinnen, aber auch die der Zuschauer.

 

Kinostart: 15. November 2018


01.12.2018 Berlin Krokodil 20 Uhr mit Regisseurin Mila Turajlić
04./05.12.18 + Frankfurt 16:00 Uhr + Orfeos Erben
11./12.01.19 + Wiesbaden + 17:00 Uhr + Caligari
18.02.19 + Görlitz   + 20:00 Uhr + Filmclub Görlitz

ab 15.11.18
Berlin: Wolf Kino
Berlin:Brotfabrik
Berlin: Babylon
Dresden: Kino im Dach
Erlangen: E-Werk Kino
Leipzig: Schaubühne Lichtenfels
Nürnberg: Kino Meisengeige
München: Monopol
Oberhausen: Walzenlager
Stuttgart: EM
ab 6.12.Berlin: Krokodil

 

Filmfest Frauenwelten Terres des Femmes
26.11.18 16:00 Uhr Tübingen Kino Museum Tübingen

Regie und Kamera: Mila Turajlić

Schnitt: Sylvie Gadmer, Alexandra Milovanovic

Musik: Jonathan Morali

Produzentinnen: Mila Turajlić und Carine Chichkowsky

Executive Producer: Iva Plemic Divjak

Artistic Producer: Hanka Kastelicova

Produktion: Dribbeling Pictures, Survivance, HBO Europe

Gefördert: Serbian Film Center, Aide Aux Cinemas Du Monde, Eurimages, Doha Filminstitute

Verleih: JIP film & verleih

Disposition: Barnsteiner Film

Verleih gefördert: Hessen Film und Medien

mit der Unterstützung durch:
Gerda Weiler Stiftung- Stiftung für feministische Frauenforschung
Heinrich Böll Stiftung Hessen
Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Terre des Femmes

 

 

Preis des Auswärtigen Amtes für kulturelle Vielfalt 2018 GO EAST:
Der Preis geht an den Film, der eine zutiefst persönliche Geschichte zeigt, die vom Land beeinflusst wird, aber es auch beeinflusst. Der Film gibt einen einzigartigen Einblick in das Leben einer starken Frau, die gegen den Strom schwimmt. Er macht auf ein wichtiges Thema von heute aufmerksam: die Fragilität und Verwundbarkeit der Demokratie.

DIE ANDERE SEITE VON ALLEM Pressemappe

Srbijanka Turajlić

Plakat als jpg

Regisseurin Mila Turajlić

PlakatA4 als pdf

3sat Kulturzeit: (ab Minute 25:30)
„..ein unsentimentaler Blick hinter die Tür ins Schattenreich der Geschichte“
„ein bis zum Ende hochspannender Dokumentarfilm“
„sehr sehenswert“

HR-Info Copyright by hr-iNFO
„Mila Turajlić erzählt eine persönliche Geschichte mit universeller Botschaft. Niemand weiß, wie ein Krieg beginnt, besonders sein Bürgerkrieg, bis er beginnt. DIE ANDERE SEITE VON ALLEM ist ein packender, intimer, persönlicher Film. Das Schicksal der Serben ist aus westlichen Medien verschwunden, dabei verbindet uns viel mehr, als wir auf den ersten Blick sehen. Dafür müssen wir eine Tür öffnen, so wie Milas Mutter am Anfang des Films. DIE ANDERE SEITE VON ALLEM: ein kleines Meisterwerk.“

AVIVA-Tipp
„Die andere Seite von allem“ ist zum einen Femmage an die bedeutende Widerstandskämpferin und Intellektuelle Srbijanka Turajlić, zum anderen ein Weckruf für die immer wiederkehrende, schmerzliche Wiederholbarkeit der Geschichte und dem daraus resultierendem Zwang zu politischem Handeln. Dies gewinnt vor allem angesichts des gegenwärtigen Rechtsrucks in ganz Europa zunehmend an Aktualität.

TAZ
„Die Regisseurin markiert einen Raum generationsübergreifender feministischer Solidarität“

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG + SZ EXTRA
„Die persönlich gefärbte, klug ins Bild gesetzte Chronik jugoslawischer Geschichte lebt von ihrer starken Protagonistin und den Diskussionen zwischen Mutter und Tochter“ 

DEUTSCHLANDFUNK KULTUR
„Von einer aufregenden Biografie erzählt (dagegen) DIE ANDERE SEITE VON ALLEM.“
„Die Regisseurin filmt sie beim Diskutieren im Freundeskreis, in Kombination mit Archivmaterial entsteht daraus ein lebendiges Gesellschaftsporträt und anschauliches Beispiel für einen autoritären Nationalismus, der liberale Demokraten zu Volksfeinden abstempelt. Ein Thema, das weit über Serbien hinausreicht und den Film zum erhellenden politischen Zeitstück macht.“ 

WDR 5
„Ein sehenswerter Film, sowohl was die filmischen Mittel als auch die Geschichte angeht. Eine klare Empfehlung.“
„Eine Geschichtsstunde über ein europäisches Land, von dem ich nichts weiß.“

FILMECHO
„Durch die geschickte Verflechtung von Privatem und Politischem erweitert sich das prägnante Porträt einer Aktivistin in Zeiten tiefer Umbrüche zu einer vielschichtigen Familienchronik, aber auch zu einer aufschlussreichen Analyse der Verwerfungen im zerfallenen Jugoslawien und im Nachfolgestaat Serbien.“

EPD FILM
„In DIE ANDERE SEITE VON ALLEM erweist sich die persönliche Perspektive als ein ganz großer Glücksfall. Denn dieser Film argumentiert immer politisch, gerade auch in der persönlichen Auseinandersetzung. Weil sich an der Person Srbijanka Turajlic die Kämpfe und Befindlichkeiten in Jugoslawien und Serbien festmachen lassen: In ihr spiegelt sich die Geschichte des Landes, wie der Film, der auch ein Porträt dieser kämpferischen Frau ist, immer wieder deutlich macht.“

„Es sind die Randbemerkungen, die diesen Film so interessant machen…:“

„Und schließlich öffnen sich auch die Türen in der Wohnung nach 60 Jahren, nach einem ganzen Menschenleben. Es ist ein bewegender Moment, als Srbijanka zum ersten Mal die andere Seite betritt…“

 INDIE-Kino
„Die verschlossene Tür steht als Symbol für die Spaltung der Gesellschaft unter Tito und nach der Unabhängigkeit Serbiens 1989 unter dem neuen Diktator Slobodan Milošević. Elegant wechselt Turajlić so von der persönlichen Ebene der Familienwohnung zum historischen Zeitgeschehen und zeigt, wie der Totalitarismus die Grenzen zwischen Politischem und Privatem zersetzt. „

„Auch hier weist DIE ANDERE SEITE VON ALLEM über die Familien- und Landesgeschichte hinaus und macht die Wiederholbarkeit der Geschichte und den Zwang zu politischem Handeln angesichts des Rechtsrucks in Europa deutlich.“

 BIOGRAPH
„Die Chronik einer Familie in Serbien entwickelt sich zu einem ergreifenden Portrait einer Aktivistin in Zeiten großer Unruhen und politischer Veränderungen und wirft Fragen nach der Verantwortung jeder Generation in Bezug auf die Zukunft auf.“

 FILMDIENST
„Mit Witz und Esprit plädiert der Film für eine politische Kultur, die sich Diskursen über gesellschaftliche Widersprüche nicht verweigert.“

„Turajlićs Tochter Mila ist es zu verdanken, dass der intime, persönlich gefärbte Dokumentarfilm nicht nur die jüngere Geschichte Serbiens rekapituliert, sondern auch die Fallstricke des Populismus und die Begeisterung für einseitige Heilsversprechen sichtbar macht, die immer dann im Schwange sind, wenn bestimmten Gruppen von der gesellschaftlichen Mitgestaltung ausgeschlossen werden.“

„Der Film ist kein Heldinnenporträt, sondern eine gedanklich überaus unterhaltsame Bestandsaufnahme, ein Plädoyer für eine pointiert politische Streitkultur.“

„…die Tochter baut eine selbstironisch-zurückhaltende Distanz zu ihrer Mutter auf. Die es erlaubt, in diesem klugen, nie aufdringlichen und trotz pausenloser Dialoge nie langweilendem Film mit philosophischer Entdeckerfreude in die gedanklichen Räume einzutauchen, die sich dies- und jenseits der Identifikationsfigur auftun. Ein beeindruckendes Plädoyer für eine von Dialog und der Fähigkeit zum Selbstzweifel getragene politische Kultur.“

ZITTY Berlin
„ … sorgfältig montierte, von Archivmaterial durchsetzte Erzählung … „

PROGRAMMKINO.de
„Eine sehr persönliche Geschichte erzählt Mila Turajlić in ihrem essayistischen Dokumentarfilm „Die andere Seite von allem“, die dennoch viel über die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer serbischen Heimat erzählt. „

Mit viel Dokumentarfilmmaterial hat Mila Turajlić diese Generationengeschichte, diesen Generationenkonflikt angereichert, in dem sie auf eindrucksvolle Weise die wechselvolle Geschichte Serbiens nachzeichnet.“

 

 

Ich bin 1979 geboren und war ein Jahr alt als Tito starb. Als Milosevic an die Macht kam,
war ich 11 Jahre alt, dann begann der Krieg im ehemaligen Jugoslawien und endete als ich 16 Jahre wurde. Mit 20 bombardierte uns die NATO, mit 21 wurden wir Milosevic endgültig los,
mit 24 Jahren wurde unser Premierminister umgebracht und heute mit 37 Jahren möchte ich von meiner Heimat Serbien aus einem sehr persönlichen Blickwinkel erzählen.
Von einem sehr konkreten Ausgangspunkt – dem Ort an dem ich lebe.
Weil ich das große Glück hatte, in Serbien mit einer Frau aufzuwachsen, die sich verantwortlich fühlte für ihr Land, verantwortlich aufzustehen und über das, was in unserem Land passierte zu reden und entsprechend zu handeln. Weil meine Mutter und ich die gleiche Sprache sprechen,
wenn es um Politik geht. Sie war eine Studentenführerin in 1968 – ich in den 90ern.
Weil meine Familie eine Anlaufstelle und Heimat für intellektuelle Diskussionen war, Aktivisten treffen sich hier oder Menschen suchten einfach nur Zuflucht vor dem ganzen Wahnsinn der damaligen Zeit.
Weil unser Zuhause im Zentrum Belgrads liegt – und wegen dem, was heute in Serbien passiert.
Denn, um so mehr ich auf die verschlossene Tür in unserem Wohnzimmer starrte, die ich mein ganzes Leben vor Augen hatte, um so klarer wurde mir, dass man vieles über Serbien verstehen kann, wenn man über getrennte Räume spricht. Räume zwischen denen, die die Vergangenheit neu schreiben wollen und denen, die sie anerkennen wollen. Es war auch eine Möglichkeit das Leben meiner Mutter zu verstehen, ihre Versuche, Brücken über die trennenden Gräben in unserem Land zu bauen.
Mit der Zeit wuchs in mir das Gefühl, dass der persönliche Impuls der für unser Handeln ausschlaggebend ist, nicht inspiriert wird von hochtrabenden Idealen wie Freiheit,
Gerechtigkeit und Gleichheit. Es sind die kleinen Dinge, die einen hohen persönlichen Stellenwert besitzen.
Wir handeln, um das Wichtigste in unserem Leben zu schützen:
unsere Familie, die Weihnachten zusammen kommt, unsere Nachbarn mit denen man aufgewachsen ist,
die Bäume vor dem Haus. Unsere Wurzeln denen wir uns verbunden fühlen.
Als Bürger haben wir den gewöhnlichen, externen Zugang zu Geschichten über den politischen Kampf. Proteste finden im öffentlichen Raum statt und die Demonstrationen in den Straßen und die inspirierenden Reden sind eine Gruppenerfahrung.
Ich musste einen Film darüber machen, und wie es ist, als Tochter einer sehr exponierten politischen Aktivistin und Professorin aufzuwachsen, wobei der private Dialog zwischen meiner Mutter und mir die erzählerische Leitlinie sein sollte. Ich wollte zum Herzen des bürgerlichen Aktivismus vordringen, zum Engagement als intime Handlung und eine persönliche Rechenschaft ablegen, denn wir wählen, wie wir unser Leben gestalten.

MILA TURAJLIC

Geboren 1979 in Belgrad. Sie hat einen Abschluss in Politik und Internationale Beziehungen von der London School of Economics. Mila spezialisierte sich an der La Fémis auf Dokumentarfilme, ist Almuni von EURODOC, Berlin Talent Campus, Discovery Campus, lehrt am Archidoc und dem Balkan Documentary Center. Seit 2005 ist sie Mitglied des “Magnificents 7 Festival of European Documentary Films” in Belgrad sowie Gründerin und erste Präsidentin von DokSerbia, des Verbands der Dokumentarfilmmacher*innen in Serbien.

Filmtitel: The Other Side of Everything
Filmtitel Deutsch: Die andere Seite von allem
Filmgattung: Dokumentarfilm
Produktionsland: Serbien, Frankreich, Qatar
Produktionsjahr: 2017
Länge: 104 min
Bildformat: DCP, farbe
Ton: Dolby Digital
Sprachfassung: OV/ Deutsche UT
Vorführformat: DCP
FSK: 6

Srbijanka Turajlić

Frau Turajlić war im nationalen jugoslawischen Team während der 6. Internationalen
Mathematik Olympiade1964 in Moskau. Sie graduierte 1969 in der Fakultät für
elektrotechnische Ingenieurwissenschaften in Belgrad. 1973 schloss sie mit einem Master ab.
Von 1974 bis 1975 erhielt sie ein Stipendium der französischen Regierung und studierte in Grenoble. Ihren Doktortitel bekam sie 1979 verliehen. Ab 1982 ist sie Assistenz Professorin.
Von 1984 bis 1986 unterrichtet sie an der Universität in Monterey Kalifornien.
Danach ist sie Professorin der Belgrad Faculty of Electrical Engineering.
2011 ging sie in den Ruhestand.

Srbijanka Turajlić wurde in 2009 mit mit dem dem “Osvajanje Slobode Awards der Maja Maršićević Tasić Foundation“ ausgezeichnet.
Dieser wird an Menschen verliehen, die sich im besonderen Maß
für den Erhalt der Demokratie in Serbien engagiert haben.
Sie zählt zu den 100 einflussreichsten Frauen in Serbien,
die Liste wurde i der Zeitung Blic veröffentlicht. Sie war von 2001 bis 2005 stellvertretende
Ministerin im Ministerium für Bildung und Sportunter Minister Gaso Knezevic.
2017 war sie Gründungsmitglieder von Movement of Free Citizens angeführt von Sasa Jankovic

Produktion:
Dribbling Pictures

http://dribblingpictures.com/

Coproduktion:
Survivance

http://www.survivance.net/

HBO Europe mit ARTE/WDR

 

Jelena Volic – Schriftstellerin
Jelena Volić, geboren in Belgrad, lehrt dort Neuere deutsche Literatur- und Kulturgeschichte. Sie ist Mitarbeiterin in diversen Foren, die sich mit Serbien
im europäischen Einigungsprozess befassen, und Expertin für deutsch-serbische Beziehungen.

Empfehlung für den Unterricht:
Altersempfehlung: ab 8. Klasse (Alter 14 Jahre)
Unterrichtsfächer: Sozialkunde, Gesellschaftskunde, Geschichte

Themen/ Tags: Serbien, Kroatien, Jugoslavien, Balkan, Europa, Demokratie, Kommunismus, Revolution, Geschichte, Diktatur, Aktivismus, Frauen, Balkankrieg, Konflikte, Generationen,

Kontakt: Bei Interesse an einer Schulkinoveranstaltung können Sie sich entweder direkt an ein Kino in ihrer Nähe wenden oder Sie schreiben uns eine Email: info@jip-film.com oder rufen an: 069- 805 322 73

Kurze Geschichte Serbiens
1918 ging das Königreich Serbien im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen auf, das 1929 in das Königreich Jugoslawien umbenannt wurde.
Nach dem Sieg von Titos Volksbefreiungsarmee wurde 1945 die Sozialistische Förderative Republik Serbiens gegründet.
Slobodan Milošević wurde 1989 Präsident in der damaligen Teilrepublik Serbien.
10 Jahre nach Titos Tod begannen 1990 die Jugoslawienkriege.
Im Einzelnen handelte es sich um den 10-Tage-Krieg in Slowenien (1991), den Kroatienkrieg (1991–1995), den Bosnienkrieg (1992–1995), den kroatisch-bosniakischen Krieg im Rahmen des Bosnienkriegs, den Kosovokrieg (1999) und den albanischen Aufstand in Mazedonien (2001).
Am 30. Mai 1992 verhängte der UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen Serbien und Montenegro.
Diese wurde im November 1995 ausgesetzt und dann ganz aufgehoben.
Belgrad wurde im Frühjahr 1999 durch die NATO bombardiert.
Slobodan Milosevic wurde am 5.Oktober 2000 gestürzt.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 24. September 2000 wurde Vojislav Koštunica zum jugoslawischen Präsidenten gewählt, bei den Parlamentswahlen im Dezember 2000 errang das aus 18 Parteien gebildeten Wahlbündnisses Demokratische Opposition Serbiens (DOS) einen überwältigenden Sieg.
Im Januar 2001 wurde Zoran Đinđić zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.
Dies führte u. a. dazu, dass Slobodan Milošević am 29. Juni 2001 an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag ausgeliefert wurde.
Am 12. März 2003 wurde Đinđić auf offener Straße von Attentätern ermordet.
Erst im Juni 2004 wurde ein neuer Präsident gewählt, es gewann der liberale und Europa
zugewandte Reformer Boris Tadić die Präsidentschaftswahl.
Serbien durchlief einen Prozess der demokratischen Erneuerung, jedoch kam bei der Wahl im April 2016 erneut ein nationalistischer Präsident an die Macht, nämlich Aleksandar Vučić, der mehr oder minder in der direkten Nachfolge von Milošević steht.