
Mehmet verkauft Falafel, Martina betreibt einen Kiosk und Stefan repariert Autos. Und jedes Wochenende strömen junge Menschen in die Clubs, die Juri, Daniel, Ute und andere unter der Sternbrücke betreiben – einer über hundert Jahre alten Eisenbahnbrücke mitten im Hamburger Schanzenviertel.
Doch ihre Zeit hier läuft ab: Die Brücke soll abgerissen und neu gebaut werden.
Was folgt, bewegt ein ganzes Viertel. Denn die Pläne werfen Fragen auf, die aus Städten weltweit bekannt sind: Wer gestaltet die Stadt? Ist noch Platz darin für Subkultur und für bezahlbares Leben? Und ganz persönlich: Wie hält man durch, wenn man weiß, dass sich alles verändern wird – aber nicht weiß wann?
Die Protagonist*innen begegnen dieser Ungewissheit auf ihre eigene Weise. Manche suchen das Gespräch, manche nehmen still Abschied von einem Ort, den sie liebgewonnen haben. Und manche kämpfen – unermüdlich und laut auf der Straße.
SONDERVERANSTALTUNGEN

Christian_Hornung_Regie_Fotocredit_Kathrin_Spirk
Christian Hornung (geb. 1976), aufgewachsen in Freiburg i. Breisgau, Filmstudium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg. Sein Abschlussfilm GLEBS FILM feierte 2010 auf der Berlinale in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ seine Premiere. Sein dokumentarisches Langfilm-Debüt MANCHE HATTEN KROKODILE lief 2016 im Wettbewerb des Max Ophüls Preis Film Festival. Christian Hornung lebt und arbeitet als freier Regisseur und Autor in Hamburg.
FILMOGRAFIE
2016 MANCHE HATTEN KROKODILE • Kino-Dokumentarfilm
2010 GLEBS FILM • mittellanger Dokumentarfilm
2008 EIN NACHMITTAG IM PARK • Kurzfilm
2006 FREIHAFEN • Kurzfilm
2004 DIE ZWEITE DECKE • Kurzfilm
2003 DER NARR • Kurzer Dokumtentarfilm
DIRECTOR’S NOTE
Mit STERNBRÜCKE FOREVER versuche ich, das Wesen eines Ortes einzufangen, der kurz vor dem Verschwinden steht und die Menschen zu porträtieren, deren Leben eng mit ihm verwoben ist.
Jahrelang bin ich auf meinem Weg zu meiner Bürogemeinschaft mit dem Fahrrad unter dieser Brücke durchgefahren. Ich war hier auf Konzerten und kannte die Brücke bei Tag und bei Nacht. Als ich von den Plänen hörte, die Sternbrücke abzureißen, wusste ich sofort: Ich will hier einen Film machen, ich muss das Besondere dieses Ortes einfangen.
Die Sternbrücke ist ein eigenartiger Schauplatz – beengt, schmutzig und ohrenbetäubend laut, und doch voller Leben und Charakter. Auf nur wenigen hundert Quadratmetern verdichtet sich hier das Leben der Großstadt: Handwerk, Kultur, Nachtleben, Gastronomie und das ständige Rauschen des Verkehrs. Obwohl es sich um einen durch und durch urbanen Ort handelt, besitzt er für mich zugleich eine beinahe dörfliche Atmosphäre. Eine Eisenbahnbrücke an und unter der Menschen leben und arbeiten – oft unter prekären Umständen, zugleich mit einem starken Gefühl der Verbundenheit.
Je mehr Menschen ich dort kennenlernte, desto neugieriger wurde ich: Wie gehen sie mit diesem Wendepunkt um? Was bedeutet es, nicht nur einen Arbeitsplatz oder einen Club zu verlieren, sondern einen Raum, der Teil der eigenen Identität geworden ist?
Im Laufe unseres Drehs wurden alle nach und nach mit der Gewissheit konfrontiert, dass sich dieser Mikrokosmos seinem Ende nähert. Und während der damit einhergehenden Sorgen, wie der Lebensunterhalt oder das Zuhause, eher persönlicher Natur sind, öffnen die Gespräche auch den Blick auf größere Fragen. Fragen, die über diesen Ort hinaus relevant sind: Wer bestimmt über die Zukunft der Stadt? Welche Räume bleiben für Nischen, für Kreativität, für Widerstand oder für Gemeinschaft?
Jetzt freue ich mich auf die Herausbringung des Films. Darauf, dass er vielen Menschen ein Eintauchen in diesen Ort, seine Menschen und seine Geschichten ermöglicht.
Besonders freue ich mich auf die Gespräche im Rahmen von Vorstellungen und Veranstaltungen, auch gemeinsam mit Protagonist*innen, weil ich überzeugt bin, dass dieser Film für sehr unterschiedliche Menschen Anknüpfungspunkte bietet.
Titel Sternbrücke Forever
Genre Dokumentarfilm
Land/Jahr Deutschland 2026
Laufzeit 1h 38min
Vorführformat DCP, Farbe, 1:1,85
Ton 5.1
Sprachfassung Deutsch, Englisch mit deutschen Untertiteln
FSK tba
Kinostart 08.10.2026
Buch & Regie Christian Hornung
Kamera/ Bildgestaltung Marvin Hesse
Originalton Timo Selengia
Schnitt Christian Hornung
Sounddesign Paul Timmich
Mischung Roman Vehlken
Produzent*innen Andrea Schütte, Dirk Decker
Redakteur Timo Großpietsch, NDR
Förderungen und Partner Moin, BKM, DFFF, NDR
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Verleih und Dispo:
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info@jip-film.de
Pressekontakt:
Sandra Thomsen, das pressebüro
Alsterdorfer Str. 113
22299 Hamburg
+49 (0)40 539 30 881
presse@daspressebuero.com
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