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Der Ansturm auf den Zaun zu Ceuta 

Anfang des Jahres 2014 kam es an den Grenzen von Ceuta und Melilla zu den größten Massenanstürmen der Geschichte der spanischen Exklaven. Am Morgen des 6. Februar versuchten rund 600 afrikanische Migranten zeitgleich, den Zaun zu Ceuta zu überwinden. Einige flohen vor den marokkanischen Sicherheitskräften ins Meer, um den ins Wasser ragenden Grenzzaun zu umschwimmen. Durch den Beschuss der spanischen Sicherheitskräfte mit Gummigeschossen ertranken mindestens 14 Migranten im Meer – unter ihnen einer von Yves’ Weggefährten. Der Tod dieser Menschen und das Vorgehen der spanischen Sicherheitskräfte rief international Kritik hervor. Nur wenige Wochen später, in der Nacht zum 4. März, kam es zum zweiten Ansturm auf den Zaun zu Ceuta. Dieses Mal waren es 1200 afrikanische Migranten, Männer wie Frauen, die auf den Grenzzaun zustürmten. Unter ihnen war Yves. Er schaffte es bis nach Ceuta, wurde aber von der spanischen Polizei aufgegriffen und nach Marokko zurückgebracht. Die Soldaten dort gingen mit Schlagstöcken auf die Migranten los. Yves trug dabei eine Verletzung am Fuß davon.

Aufstände in Kamerun 

Im Februar 2008 kam es in vielen großen Städten Kameruns zu landesweiten Demonstrationen. Die Gewerkschaften hatten aufgrund einer Erhöhung des Benzinpreises zum Ausstand aufgerufen. Genährt von der Angst eines Anstiegs der Lebensmittelpreise und von der tiefsitzenden Frustration und Unzufriedenheit mit der Regierung eskalierten die Veranstaltungen. Viele junge Leute nutzten die Demonstrationen als Ventil und zogen randalierend durch die Städte. Die Opposition nutze die Ausschreitungen für ihre öffentliche Kritik an der Regierung. Diese reagierte auf die Ausschreitungen mit einem riesigen Militäraufgebot, das die Aufstände gewaltsam niederschlug. Viele Demonstranten wurden mit dem Vorwurf oppositionellen Engagements hinter Gitter gebracht.

Marokko und die Migranten

Im Juni 2013 unterzeichnete Marokko im Rahmen der Externalisierungsstrategie der europäischen Migrations- und Asylpolitik ein Abkommen zur Mobilitätspartnerschaft mit der EU. Wie viele andere Anrainerstaaten am Mittelmeer soll auch Marokko durch europäische Investitionen in die lokale Infrastruktur befähigt werden, den Zustrom irregulärer Migranten nach Europa zu verhindern. Marokko wurde damit vom Transit- zum langfristigen Aufenthaltsland der Migranten. Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen und Human Rights Watch haben immer wieder auf die katastrophalen ​Zustände und die exzessive Gewalt hingewiesen, denen die Migranten in den Waldlagern und von Seiten der marokkanischen Soldaten ausgesetzt sind. Als 2013 sogar das marokkanische Komitee für Menschenrechte den Umgang mit Migranten in Marokko kritisierte, sprach sich sogar König Mohammed VI für humanere Lebensbedingungen für Migranten und Flüchtlinge aus. Seit Januar 2014 dürfen Migranten nun einen legalen Aufenthaltsstatus in Marokko beantragen. Die Bedingungen dafür sind allerdings so streng, dass nur wenige Migranten sie erfüllen können.

Autorin: Melanie Gärtner